Der Ortsteil Lippersdorf liegt 6 km vom Stadtzentrum Lengefeld entfernt und ist ein landwirtschaftlich geprägter Ort. Sie finden hier zum Beispiel noch über 50 Zwei-, Drei- und Vierseitenhöfe. Der Ort hat ca. 850 Einwohner. Eine Besonderheit des Gebietes besteht in seiner Lage an der Trinkwassertalsperre Saidenbach. Der Ort liegt innerhalb dieses Wasserschutzgebietes und nahe der Talsperre 439 m über NN und am Diebsteig ca. 560 m über NN.

 

Lippersdorf ist ein typisches Straßendorf, welches als "Waldhufendorf" beiderseits des Dorfbaches entstand. Mit seinem ländlichen Flair bietet es jedoch genügend Möglichkeiten zur Erholung und Freizeitgestaltung. 1350 erscheint erstmals eine urkundliche Erwähnung des Waldhufendorfes "Lupoldisdorf". Die Umfassungsmauern der Wehrkirche entstanden aber schon im 13. Jahrhundert. Kaspar von Berbisdorf kauft 1434 die Herrschaft Lauterstein und erwirbt damit auch das zum Oberen Hof in Forchheim gehörende Vorwerk in Lippersdorf. 1609 wird eine Kirchschule erbaut.

 

Erst 1754 wird ein "Rittergut" urkundlich erwähnt. Dieses wird 1924 durch die Stadt Chemnitz erworben und ca. 1928/29 zum Kindererholungsheim umgebaut. 1929-33 Bau der Saidenbachtalsperre zur Trinkwasserversorgung von Chemnitz. Die Mauerkrone wurde 1992/93 instandgesetzt. Die Kriegsjahre fordern 109 Einwohnern Lippersdorf das Leben.

 

Wie in allen Gemeinden gibt es einen Neubeginn mit der Bodenreform. Bis 1950 entstehen 93 landwirtschaftliche Betriebe mit 180 Beschäftigten - ab 1960 LPG "Frohe Zukunft" Lippersdorf (150 Mitglieder). Der Bau einer Sporthalle 1949/50 wird später Grundlage für die Gründung der sehr erfolgreichen Sektion Radball. 1976/77 wird eine 10-klassige Oberschule gebaut. Sie wird 1992 zur Grundschule. Die Schüler der Klassen 5 bis 10 besuchen jetzt den Unterricht in Lengefeld. Im Schloss von Lippersdorf befindet sich heute ein Kinderheim. Lippersdorf gehört wie Wünschendorf und Reifland seit dem 01.01.1999 zur Stadt Lengefeld.